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Instrumenten Aufbereitung

Hygiene für Sicherheit und Vertrauen

Eine gepflegte, hell und freundlich eingerichtete Praxis schafft die Basis für das Vertrauen  der Kunden in die fußpflegerische Arbeit, ebenso ein sauberer Koffer für den ambulanten Einsatz. Doch die Verantwortung des Behandlers geht über das  - zweifellos wichtige – Äußerliche hinaus: Bei jeder Fußpflege muß der Übertragung von Krankheiten sicher vorgebeugt werden, um die Gesundheit der Kunden und des Behandlers zu schützen.
Neben der Hände- und Hauthygiene ist die konsequente Instrumenten-Hygiene unverzichtbar.  Sie umfaßt Desinfektion, Reinigung, Sterilisation und Pflege. Eine sachgemäße Aufbereitung trägt auch dazu bei, Lebensdauer und Funktionstüchtigkeit der Instrumente zu bewahren und somit ihren finanziellen Wert zu erhalten.

 

1. Desinfizieren

Um Krankheitserreger sofort unschädlich zu machen und eine unkontrollierte Streuung von Keimen zu vermeiden, muß jedes benutzte Instrument unmittelbar nach einer Behandlung desinfiziert werden. Die geöffneten Instrumente in eine gebrauchsfertige Desinfektionslösung einlegen (nicht werfen!), die täglich neu anzusetzen ist.

Das Desinfektionsmittel muß von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) geprüft und gelistet sein.

Vorgeschriebene Dosierung (Meßbecher verwenden!) und Einwirkzeit beachten. Desinfektionsmittel nicht mit Haushaltsreinigern vermischen, sonst verlieren sie an Wirksamkeit! Um Korrosionsschäden zu vermeiden, müssen verchromte/vernickelte Instrumente und Edelstahl-Instrumente getrennt desinfiziert werden.

 


Durch Ultraschallbilden sich in der Flüssigkeit kleinste Hohlräume (Kavitationsbläschen) - auch zwischen Schmutz und Instrumente

 


Die Kavitationsbläschen sind instabil, fallen in sich zusammen (implodieren) und sprengen dabei den Schmutz von der Instrumentenoberfläche ab

2. Reinigen

Nach der Desinfektion werden sichtbare Verunreinigungen entfernt. Diese Maßnahme beugt auch der Korrosion und Verfärbung der Instrumente vor, denn sie kommen bei der Fußpflege z.T. mit aggressiven Medien in Berührung. Sogar Edelstahl ist gefährdet, wenn z. B. Chloride aus Blut- oder Eiterresten im Sterilisator „einbrennen“.

Deshalb: Instrumente unter fließendem Wasser gut abspülen, wenn nötig mit einer weichen Bürste abbürsten und mehrere Minuten in demineralisiertes (vollentsalztes) Wasser einlegen, um Desinfektionsmittelreste zu entfernen. Dann mit Einmaltuch trocknen. Zangen und Scheren im Schließbereich mit einem speziellen Instrumentenöl pflegen.

Im Ultraschall-Reinigungsgerät erfolgen Desinfektion und Reinigung in einem Arbeitsgang. Ultraschall reinigt besonders gründlich und schonend – auch an den Stellen, die eine Bürste niemals erreichen kann. Ein ultraschallgeeignetes Desinfektionsmittel verwenden, und nach der Beschallzeit den Ablauf der empfohlenen Desinfektionszeit abwarten.

 

vorher / nachher

Fräser und Schleifkörper stellen wie alle Instrumente eine potentielle Infektionsquelle dar

3. Sterilisieren

Die Sterilisation macht auch widerstandsfähige Keime unschädlich, die von der Desinfektion nicht erfaßt werden. Nach Reinigung und Trocknung werden die Instrumente geöffnet in den Heißluftsterilisator bzw. Autoklaven (Edelstahl-Instrumente) eingelegt.

Abgenutzte, korrodierte, verformte, poröse und anders beschädigte Instrumente sollten unbedingt aussortiert werden, denn Flugrost überträgt sich auf „gesundes“ Metall. Sterilisierboxen oder Einmalverpackungen verhindern die Wiederverkeimung. Unverpackt sterilisierte Instrumente sollten zur Abkühlung und keimfreien Aufbewahrung sofort mit Hilfe einer steilen Zange in eine UV-Box gelegt werden.

Ein Autoklav sterilisiert mit einer Kombination aus Druck und Dampf bei Temperaturen von 120 bis 134°C. Auch Gegenstände aus Gummi und Kunststoff ( bedingt) oder Textilien können autoklaviert werden. Weitere Vorteile: kurze Betriebszeiten und geringer Energieverbrauch.

Werkzeuge aus vernickelten oder verchromten Instrumentenstahl neigen zur Rostbildung. Sie müssen trocken im Heißluftsterilisator behandelt werden. Eine CE-Kennzeichnung gemäß Medizinproduktgesetz erhalten nur Heißluftsterilisatoren mit Umluft, denn nur sie garantieren ausreichend hohe Temperaturen (bis 180°C) in jedem Teil der Sterilisierkammer. Heißluftsterilisatoren ohne mechanische Luftbewegung sollten durch Sterilisatoren  mit Umluft ersetzt werden.

 

4. Instrumentenaufbewahrung

Nachdem sämtliche Microorganismen vernichtet sind, besteht bereits beim Öffnen des Autoklaven oder des Heißluftsterilisators die Gefahr einer erneuten Verkeimung. Auch das vielfach praktizierte Verfahren, vor Feierabend zu sterilisieren und dann die Instrumente über Nacht im Sterilisator ab kühlen zu lassen, kann eine Neukontamination ermöglichen. Was tun wenn die Instrumente für den nächsten Einsatz schnell abkühlen sollen oder die nächsten Instrumenten-Sets sterilisiert werden müssen ?
Erfolgt die Sterilisation in geschlossenen Sterilisationskassetten werden diese aus dem Gerät genom- men und einfach an einen vor Sonnenlicht und Luftzug geschützten Platz zum Abkühlen weggestellt. Ungeöffnet halten die Kassetten dann ihren Inhalt bis zu 6 Wochen steril.
Besonders praktisch, zeit- und kostensparend ist eine Lagerung der sterilisierten, keimfreien Instrumente in einem UV-Fach (Bestandteil fast aller Gerlach Fußpflegeschränke). Unmittelbar nach der Sterilisation können Sie die Instrumente aus dem Heißluftsterilisator nehmen und dann direkt in das UV-Fach legen. Zuvor müssen Sie die noch heißen Instrumente mit einer sterilen Zange auf die zum UV-Fach gehörigen Tabletts umlagern. Es stehen Ihnen zwei oder drei Kunststofftabletts oder Edelstahlkörbe für die keimarme Lagerung zur Verfügung. Die Instrumente kühlen im UV-Fach ab und verbleiben dort bis zum nächsten Gebrauch unter keimarmen Bedingungen.

 

 

 

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